Reaktion auf den Ruf nach Thuner Parlamentariern

Thuner Tagblatt, September 2009

Nach all den Leserbriefen zur Überbauung Schadau, die nach den Thuner Parlamentariern rufen (Daniela Dähler, Ruedi Zeller usw.), kann ich es nicht lassen, mich zu Wort zu melden. Mit meiner Fraktionserklärung (letztes Jahr) konnte das ganze Parlament gewonnen werden, sich kritisch zur ersten Baueingabe zu äussern und nebst den zahlreichen Einsprachen auch für eine Überarbeitung des Projektes zu votieren. In der letzten Stadtratssitzung brachte ich zudem ein Postulat ein, welches den Gemeinderat darum bittet, doch mit den entsprechenden Stellen im Kanton in Verhandlung zu treten. Durch die Senkung des Bodenpreises sollen wenigstens die Höhen und Volumen der Bauten minimiert werden. Die Dringlichkeit dieses Geschäftes wurde von allen Parteien ausser der SP unterstützt.

Die Fehler in dieser Angelegenheit sind leider aber sehr viel früher passiert. Im ganzen Prozess hätte es viele Chancen gegeben, das Projekt in eine positive Richtung zu bringen: 1) Die Zonenplanänderung hätte damals nie so geschehen dürfen, 2) Der Gemeinderat hätte in Richtung Landkauf durch die Stadt verhandeln können, 3) Anstelle eines Wettbewerbs wäre wohl das Verfahren mit mehr Volkseinbezug die bessere Lösung gewesen.

Als Stadtparlamentarier tue ich, was ich in meiner Kompetenz liegend noch tun kann. Wenn der Investor mit seinem Projekt die Auflagen des Baureglements erfüllt, dann wird das Intervenieren zum heutigen Zeitpunkt äusserst schwierig. Darum sind nun der Gemeinderat und der Kanton dringend gefragt. Oder wie wäre es, wenn der Investor von sich aus den spezifischen Qualitäten des Ortes und den bestehenden Bebauung sichtbar mehr Beachtung schenken würde und gemeinsam mit dem Gemeinderat beim Kanton vorstellig würde?

Jonas Baumann-Fuchs; Stadtrat EVP, Thun

 

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