Wenig kundenfreundlich
Thuner Tagblatt Oktober 2003
Poststellen-Schliessungen in Thun-Süd. Nur noch eine zentrale Post.
Der Kunde ist König – so sollte es zumindest sein. Davon haben sich die Swisscom und einige andere ehemalige Staatsbetriebe distanziert – die Post ist auch auf dem besten Weg dazu. Als überdurchschnittlicher Postkunde sind meine Wartezeiten, wenn ich mal in die Hauptpost gehe, meist über 20 Minuten. Durch die Schliessung der Post Dürrenast soll das nun mein Alltag werden. Die Wartezeiten in der Dürrenast-Post sind auch nicht gerade kurz, aber erträglich. Da ich oft auch grosse, schwere Sendungen ahbe, bin ich darauf angewiesen, diese mit dem Auto so nahe wie möglich zur Post bringen zu können. Dies war bei den meisten Poststellen bisher möglich. Bei der Hauptpost, dies wäre nach den Schliessungen meine neue, nächste Poststelle, ist das schwierig. Ich verstehe den Post-Entscheid nicht: Anstatt die Poststelle Dürrenast auszubauen und zu stärken, wird eine neue Post an der Schulstrasse gebaut. Beachtet man das Netz des öffentlichen Verkehrs, müsste die Post, wenn sie schon eine für drei Stellen bauen will, so, wie es der Gemeinderat Thun vorschlägt, diese bei der Kreuzung Frutigen-, Gwatt- und Schulstrasse erstellen. Einmal mehr hat der Kunde nichts zu sagen. Ist das wirklich kundenfreundlich?
Jonas Baumann-Fuchs