Die Sache mit der Argumentation zur Fristenlösung

Thuner Tagblatt Mai 2002

Ich staune echt, wie sowohl auf der pro- wie auch auf der contra-Seite argumentiert wird. Die einen meinen, das ein Gesetz die Frauen vor "Abtreibungen" schützen könnte und dadurch dann das Paradies in der Schweiz entstehe. Dabei frage ich mich, ob die Zeiten des "moralischen Emfindens" nicht mehr oder weniger vorbei und Illusion sind? Die andern tun so, als ob Abtreibungen aufgrund von Vergewaltigungn der Alltag sei und Behinderungen automatisch schlechtere Lebensqualität und weniger Wohlbefinden bedeuten.

Auf Faktendarstellung verzichte ich hier bewusst, weil es mir nicht darum geht und dazu genug Papier bedruckt wurde. Vielmehr möchte ich auf die entscheidende Grundfragestellung aufmerksam machen. Das Stichwort dafür ist die Ethik und die Frage lautet: "Ist Leben schützenswert?" Auch wenn die Verantwortung für die Entscheidung, ob ja oder nein, ganz beim Individuum liegt – wir setzen damit ein Zeichen das seine Kreise ziehen wird. Ich wünsche Ihnen den Mut un die nötige Distanz zu allen Argumentationen, sich zu fragen, welche Werte Sie vermitteln wollen.

Jonas Baumann

 

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