Bildungspolitische Interessen vor Fachlichkeit

Thuner Tagblatt, Februar 2011

Wahl SchulkommissionspräsidentIn

In Stadtratssitzung vom 17. Feburar 2011 ging es unter anderem um die Wahl des Präsidiums für die Schulkommission. Dies zu präsidieren bedeutet viel Arbeit, Auseinandersetzungen und es zudem braucht es schulspezifisches Fachwissen und Persönlichkeit. Eigentlich wussten wir Ratsmitglieder schon, dass es egal wie es heraus kommt, keine gute Lösung geben wird. Elisabeth Begrulla, seit Beginn der Schulkommission angehördend und Vizepräsidentin, stellte sich zur Wahl fürs Präsidium. Als Sekundarlehrerin, Mutter und ehemalige Grossrätin kann sie fachlich der Schulkommission einiges bieten. Doch die SVP nommierte einen Newcommer und sorgte mit Verbündeten dafür, dass er die Wahl mit 18 zu 17 Stimmen gewann. Wäre alle Mitglieder des Rates anwesend gewesen, hätte es ein 18 zu 18 gegeben, mit Stichentscheid der Stadtratspräsidentin Vreni Balmer (SP). Nun gewannen bildungspolitische Interessen vor Fachkompetenz.

Ich bin froh, hatte ich für die Sitzung zugleich ein Postulat vorbereitet, welches eine fundierte Analyse der Schulkommission und ihrer Zusammenarbeitspartner verlangt. Ein Präsident, eine Präsidentin muss meiner Ansicht nach nämlich mehrheitsfähiger sein. Zudem darf diese Kommission nicht "politisch" instrumentalisiert werden. Ich hätte mein Postulat auch eingegeben und den Leserbrief geschrieben, wenn die Entscheidung knapp zugunsten von Elisabeth Bregulla herausgekommen wäre. Denn die Wahl des Präsidiums ist ja nicht der einzige Grund, warum eine vertiefte Analyse notwenig ist.

Jonas Baumann-Fuchs, Stadtrat EVP, Fraktionspräsident FdM

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